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Anticimex Smart - Klein aber oho

Keiner gibt es gerne zu, doch es ist eine Tatsache, dass Unternehmen der Lebensmittelbranche immer wieder ungebetenen Besuch bekommen. Damit Schadnager nicht zu einem Problem werden, gibt es giftfreie Monitoring- und Bekämpfungsmethoden.

Akribische Sauberkeit ist ein Garant für qualitativ hochwertige Produkte. Regelmässige Reinigungen sind dabei selbstverständlich. Auch das Personal ist ein wichtiger Faktor, denn das grösste Hygienerisiko ist immer noch der Mensch. Doch es gibt noch einen anderen Faktor, den Hygieneverantwortliche nicht ausser acht lassen dürfen – Schadnager.

Pest Control. So putzig Mäuse auch aussehen mögen, so gefährlich können sie für Menschen werden. Sie sind nicht nur Überträger gefährlicher Krankheitserreger, sie verunreinigen Produktions- und Lagerräume, kontaminieren Rohstoffe und fertig produzierte Lebensmittel und sind so für teils erhebliche Einbussen verantwortlich. Doch die Verluste können noch viel weiter gehen, wenn die Tiere Schäden an der Infrastruktur verursachen. «Nagetiere nagen und da sie ihre Zähne brauchen müssen, sind weder Lebensmittel noch Kabel oder Leitungen vor ihnen sicher. Oft sind Nagetiere für Stromausfälle und andere Unterbrüche in einem Unternehmen verantwortlich. Doch die Ursache zu finden, bedeutet den Verlust wertvoller Zeit, die sich Unternehmen sparen können, wenn sie in ihrem Qualitätsmanagement den Aspekt pest control berücksichtigen», erklärt Manuel Wegmann, Geschäftsführer von Anticimex.

Mit oder ohne Gift?

Bisher erfolgte die Schadnagerbekämpfung durch Gift. Doch Giftstoffe, wie die so genannten Antikoagulanzien, sind stark umstritten. Sie unterliegen strengen Auflagen und brauchen eine Zulassung, die die EU-Behörde erst vor Kurzem erneuerte. Doch trotz des sorgfältigen Umgangs und der Zulassung, sind Giftköder zur Schädlingsbekämpfung in der Lebensmittelindustrie nicht gern gesehen. Daher sind giftfreie Alternativen sehr willkommen.

«Smarte» Überwachung und Bekämpfung.
Eine Methode zur Schädlingsbekämpfung und -Überwachung ist das Smart Pest Control-System. Dieses besteht aus einer Master Kontrollbox sowie Fallen und Sensoren. Die Box lässt sich mit bis zu 50 Fallen und Sensoren verbinden, die wiederum untereinander drahtlos vernetzt sind und so ein lückenloses Netz bilden. Alle Informationen von Fallen und Sensoren leiten diese Komponenten an ein Netzwerk weiter. Auf diese Weise lässt sich ein grosses Areal abdecken wie beispielsweise den weitläufigen Standort von DSM in Sisseln. «An unserem Standort haben wir Produktion, Lager, Logistik und so weiter, auf verschieden Gebäude aufgeteilt. Da lässt es sich nicht vermeiden, dass sich auch Schadnager auf dem Gelände aufhalten.

 

Artikel aus: Lebensmittel-Technologie vom 6. Dezember 2016 S. 24/25

 

 
 
 
Michael Walker, Quality Assurance Manager bei DSM (li) setzt bei der Schadnagerprävention auf die Unterstützung von Experten wie Manuel Wegmann von Anticimex (re).
 

 Doch wir sind sehr bemüht, dass diese Tiere nicht in die Gebäude eindringen. Da unseren Kunden eine giftfreie Umgebung und Produktion genauso wichtig ist, wie hochwertige Produkte, haben wir uns für das Smart-System entschieden», sagt Michael Walker, Quality Assurance Manager bei DSM.
Wehret den Anfängen. Die Pest Control-Spezialisten haben zunächst eine Risikoanalyse durchgeführt und dann die nötigen Schritte eingeleitet. Fenster und Türen gehören mit zu den grössten Gefahrenstellen. So sind diese exponierten Plätze bei DSM besonders gut überwacht. Dazu machen sich die Profis die Neugier der Nager zu nutzen. «Unsere Schlagfallen brauchen kein Gift, da die Fallenkonstruktion die Neugier der Tiere anspricht. Sie können einem dunklen Raum oder kleinen Tunnel nicht widerstehen und inspizieren ihre Umgebung genau. Das führt dazu, dass sie auch die Fallen betreten. Sobald das Tier in der richtigen Position ist, schlägt die Falle zu und gibt sofort ein Signal an das System weiter. Auf diese Weise können unsere Fachleute binnen kurzer Zeit die Falle leeren und wieder in Betrieb setzen», meint Wegmann.

 
Die Echtzeitüberwachung  macht eine turnusmässige Kontrolle der Fallen unnötig und sorgt dafür, dass der Kadaver nicht zu einer Geruchsbelästigung wird. Das System dient aber nicht allein der Bekämpfung, sondern ist vor allem ein Monitoring das 24 Stunden und an 7 Tagen der Woche arbeitet. Hat eine Falle zugeschlagen bedeutet das mehr als nur das Eindringen eines Tieres in ein Gebäude. Es zeigt auch, dass eine Schwachstelle vorhanden sein muss. Oft liegt es am unachtsamen Verhalten der Mitarbeiter, die beispielsweise Türen offen stehen lassen. «In unserem Logistikbereich ist ein ständiges Kommen und Gehen, weshalb auch die Tore häufig geöffnet sind. Solange ein reges Treiben herrscht, dringen Mäuse nicht ein. Doch sie nutzen die Zeiten, in denen kaum Betrieb ist aber Tore dennoch offen stehen. Aus diesem Grund haben wir automatische Rolltore installiert. Das Monitoring zeigte, dass unsere Massnahme erfolgreich war und wir auf diese Weise einen Nagerbefall verhindern können», erklärt Walker.

Ein Monitoring zeigt aber mehr, als nur menschliches Fehlverhalten. Es macht auch bauliche Mängel sichtbar. So genügen beispielsweise schon wenige Millimeter grosse Unebenheiten im Boden, dass Türen nicht mehr zu 100 Prozent abdichten. Für Menschen kaum zu sehen, ist dieser Raum für Mäuse völlig ausreichend. Ein häufiger Befall an einer bestimmten Stelle macht auf solche Gegebenheiten aufmerksam und bietet die Chance, die Mängel zu beheben.
Innen wie aussen. Was für Innenräume gilt, gilt auch für den Aussenbereich. Auch hier kann ein Pest Control-Monitoring über das Vorhandensein von Schadnagern aufmerksam machen und bietet Unternehmen die Chance, gleich im Aussenbereich Massnahmen zu greifen. Welche sinnvoll sind, klären Verantwortliche am besten mit Fachleuten. Die wissen, was zu tun ist.

 

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